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Imkerwesen, Bienen und Honig

Honig und Imkerei

Honig ist ein vielseitig verwertbares Naturprodukt. Als Brotaufstrich, Süßstoff und Geschmackszutat in der Küche ist er ebenso geschätzt wie als entzündungshemmendes Mittel in der Medizin, und sogar in der Schönheitspflege wird er vermehrt eingesetzt. Als Naturprodukt fällt jedes Glas Honig anders aus, denn neben dem Fleiß des Imkers haben Faktoren wie Wetterlage, Jahreszeit und Angebot an blühenden Pflanzen großen Einfluss auf Farbe, Geschmack und Konsistenz des Honigs. In Deutschland gelten relativ strenge Regeln, was und welche Menge an anderen als den natürlichen Zutaten in einem Honigglas stecken dürfen.

Häufig wird Honig in Deutschland von Hobbyimkern hergestellt, die ihre Bienen nebenbei halten und den Honigertrag in kleinem Maßstab verkaufen. Hofläden, Märkte und Bioläden sind ebenso dankbare Abnehmer wie die lokale Gastronomie und Hotels, Tourismusverbände etc. Nur wenige große Betriebe kaufen Honig von berufsmäßigen Imkern auf. Ebenso oft wie lokale und regionale Produkte sind im deutschen Handel Honig aus Ländern in Südamerika zu finden: Produkte aus fairem Handel von den einschlägigen Marken sind eine schmackhafte Alternative zum einheimischen Bioprodukt.

Der Begriff der Bienenzucht ist etwas irrführend, denn die wenigsten Imker züchten ihre Bienen selbst. In der Regel werden Völker gekauft, die sich dann im heimischen Stock wohlfühlen und vermehren können - ein ganzes Volk einfach zu züchten, das ist sehr schwierig. Dennoch kommt es vor, dass Imker in ländlichen Gegenden ihr Bienenvolk so gut halten, dass eine neue Königin heranwachsen, ein Volk um sich sammeln und den Bienenstock verlassen kann, ohne dass der Stock in der Folge ohne Volk wäre. In solchen Fällen tauschen befreundete Imker die Völker in der Regel untereinander aus, bevor ein Volk einfach schwärmt. Das ist allerdings nur in kleinem Maßstab machbar - zu empfindlich sind Bienen, die für Infektionskrankheiten und Parasiten anfällig sind. Zucht- und Mutterstationen unterstützen Imker bei der Zucht der Bienen, indem zur Verbesserung des genetischen Pools immer wieder junge Königinnen zur Verfügung gestellt werden. Die Ausbildung zum Imker oder Bienenzüchter ist übrigens gesetzlich geregelt.