Beetalk

Imkerwesen, Bienen und Honig

Honig Chemie

Honig hat etwas Urtypisches, Unverwechselbares und ein wenig auch eine leicht geheimnisvolle Attitüde. Beobachtet man Bienen bei der Arbeit, fragt man sich als Laie, was eigentlich alles passieren muss, damit aus dem eingesammelten Nektar der Pflanzen oder des Honigtaus überhaupt Honig wird. Darüber hinaus ist es für Außenstehende kaum vorstellbar, wie viel Energie eine einzelne Biene aufbringen muss, um eine bestimmte Menge an Honig herzustellen. Auch die Frage, woraus denn Bienenhonig eigentlich besteht, bleibt meist unbeantwortet.

Der Begriff vom „fleißigen Bienchen“ ist nicht nur so daher gesprochen. Beeindruckenderweise benötigen die kleinen Flieger rund 34.000 Flüge, weit über 300.000 Landungen auf Blüten und mehr als 1500 Gramm Nektar, damit 250 Gramm Honig ins Glas kommen können. Darin befinden sich dann 245 unterschiedliche Substanzen natürlichen Ursprungs. Abhängig vom Klima, dem Standort oder der Pflanzenart wurden in Honigsorten Vitamine, Zuckerarten, Aminosäuren, Enzyme, Mineralstoffe und Aromastoffe verschiedenster Art gefunden. Die Reifung des Honigs in der Wabe passt kaum in eine einzige Chemiestunde und ist überaus kompliziert. Ein Beispiel dafür ist eine chemische Reaktion bei den Aminosäuren; davon sind im Honig rund 20 verschiedene enthalten, die durch den Magensaft und den Speichel der Bienen reagieren. Letztendlich beinhaltet der Honig maximal 20% Wasser, maximal 35% Glucose, 32-42% Fructose und höchstens acht Prozent Maltose.

Da Honig ein Lebensmittel ist, unterliegt er genauen Qualitätsanforderungen. Die Deutsche Honigverordnung gibt eindeutige Richtlinien vor, welche die Honigerzeugung, die Behandlung von Honig und die Deklaration betreffen, damit ein Honigprodukt aus lebensmittelrechtlicher Sicht als verkehrsfähig bezeichnet werden kann. So darf beispielsweise der sogenannte „Kunsthonig“, der früher einmal als Honigersatz im Handel war, nicht als Honig verkauft werden. Die aus Invertzucker bestehende, künstlich hergestellte Creme wird heute nur noch für die Herstellung von Lebkuchengebäck, Likören oder Pralinen verwendet. Wie man sieht, stecken eine Menge Arbeit, viel Naturchemie und Verwaltung in einem Glas Honig.