Honig kennt der Mensch schon seit der Steinzeit. Er ist das vermutlich älteste natürliche süße Lebensmittel, und auch das einzige bis zum Siegeszug des Zuckers, der in Europa erst um 1850 der breiteren Bevölkerung zugänglich wurde. Honig wird heute als Genussmittel konsumiert und steht im Ruf, gesund zu sein. So greift man bedenkenlos im Supermarkt zum Honigglas und kauft es dort zu einem durchaus akzeptablen Preis. Wer mehr über das Naturprodukt Honig wissen möchte, besucht eine kleine Imkerei. Hier wird nicht industriell gearbeitet und so ganz nebenbei erfährt der Kunde einiges über die Herstellung von Honig.
Grundsätzlich wird Honig erst einmal als Lebensmittel, das von Honigbienen aus dem Nektar von Blüten bzw. aus Honigtau erzeugt werden muss, definiert. Zwar besteht Honig im Wesentlichen aus verschiedenen Zuckerarten, jedoch dürfen Imker ihre Bienen nicht mit Zucker füttern, um Honig herzustellen. Der von Blüten ausgebrachte Nektar lockt Bienen an, die ihn über ihren Saugrüssel aufnehmen, um ihn dann zum Bienenstock zu bringen. Bereits während des Rückfluges zum Stock wird der Nektar im Honigmagen der Biene mit verschiedenen Enzymen und Fermenten angereichert und zudem der Wassergehalt verringert. Im heimischen Bienenstock angekommen, wird der wasserreduzierte, nicht mehr ganz flüssige Nektar in die Zelle einer Wabe abgelegt.
Damit das Wasser weiter verdunstet, wird sie nicht ganz gefüllt. Das Schlagen der Flügel und ein optimales Ventilieren des Bienenstockes sorgen dafür, dass der Wasseranteil unter 20 Prozent fällt. Im Anschluss werden die Wabenzellen mit einer Wachsschicht verschlossen. Dieser luftundurchlässige Verschluss zeigt dem Imker an, dass es Zeit ist für die Ernte. Dazu entnimmt er die komplette Bienenwabe, entfernt das Wachs und gewinnt den darin befindlichen Honig ausschließlich durch Fliehkraft, die durch das Schleudern der Wabe entsteht. Danach wird der Honig nur noch von Wachspartikeln und anderen eventuell vorhandenen Rückständen gereinigt und abgefüllt. Aromastoffe oder Hitzebehandlungen sind in Deutschland nicht erlaubt.
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