Die Tradition der Imkerei ist lange mit Deutschland verhaftet. Sie hat mit dazu beigetragen, dass der Markennamen „Echter Deutscher Honig“ seit dem Jahr 1925 für fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung ein Begriff ist, der mit Qualität und einer naturnahen Gewinnung verbunden wird. Mehr als 85.000 Imker gibt es in der Bundesrepublik, die jedes Jahr zusammen ungefähr 25.000 Tonnen erwirtschaften. Was sich im Moment viel anhört, reicht allerdings nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Daher muss ein Großteil des Honigs importiert werden.
Viele Imker gehen ihrer Tätigkeit als Hobby nach. Sie decken den Eigenbedarf ab und das, was übrig bleibt, wird an Verwandte und Bekannte abgegeben. Für einige Imker ist die Honiggewinnung ein Nebenerwerb. Auf Märkten und im Direktvertrieb verkaufen sie ihre süße und gesunde Kleinproduktion. Nur knapp 2000 Imker beschäftigen sich im Hauptberuf mit ihren fleißigen Bienenvölkern. Und davon benötigt man viele, denn unter 30 Völkern ist eine existenzsichernde Arbeit kaum möglich. Eine Ausbildung zum Imker dauert mindestens zwei Jahre. Versierte Hobbyimker können diese Zeit verkürzen, wenn sie ihre Erfahrungen belegen. Wer sich nur in seiner Freizeit dem Honigmachen widmen möchte, sollte sich einem Imkerverein anschließen, der den Interessenten eingehend theoretisch und praktisch berät.
Nicht nur zu wenige Berufsimker, sondern auch der Rückgang von Lebensräumen und der damit verbundene Pflanzenschwund lassen in Europa die produzierte Menge an Honig schrumpfen. Der Grund zu geringer Honigherstellung hat auch andere Ursachen. Diese sind jedoch wegen zu vager Untersuchungen kaum genau festzumachen und offenbar eine Mischung mehrerer Umstände. Die Attraktivität des Imkerberufes ist sicher in den letzten Jahrzehnten nicht angestiegen und wirtschaftliche Aspekte spielen dabei eine große Rolle, denn Berufsimker zu sein, ist eine schwierige Herausforderung, wenn man die Preise der Importhonige und Industrieware betrachtet. Vielleicht hat es auch etwas mit Überalterung zu tun, denn den Imkern fehlt schlichtweg der berufliche Nachwuchs.